Harry Keaton
     
   

Mehr über mich

Foto von Harry Keaton

Sternzeichen: Widder

Berufung: mein jetziger Beruf – ein Kindheitstraum

Was ich mag: Milchkaffee, Maultaschen, Gummibärchen (als Kind war Haribo mein Spitzname), Asiatische Küche …

Was ich nicht mag: Schwätzer, eingebildete Menschen, Rechthaben-wollen-um-jeden-Preis

Was ich schätze: Konsequenz, Offenheit, Professionalität, Kreativität, Disziplin, gute Freunde

Was ich bewundere: Menschen mit Leidenschaften und Visionen

Hobbies: Shows, Theater, Kino, Musicals, Lesen, Sport (z.B. Tennis)

Lieblings-Musik: Die Filmmusik von Alan Silvestri, Robbie Williams (natürlich!), die peruanische Sängerin Yma Sumac, Tom Waits, Placido Domingo / John Denver (Perhaps Love)

Motto: „Was immer du tun kannst oder erträumst tun zu können, beginne es. Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft. Beginne es jetzt!“ (ja, ja, der gute alte Goethe)

Flugstunden

Im Alter von sechs Jahren spielte ich mit Nicole. Sie hatte Pappflügel an und sah fast aus wie Biene Maja. Ich wollte, dass sie fliegt. Sie wollte nicht. Ich versprach ihr Gummibärchen – ohne Erfolg. Das habe ich nicht verstanden. Sie hatte doch Flügel. Ich stellte mir das so schön vor. Also sagte ich: „Wenn Du nicht fliegst, spiele ich nie wieder mit Dir.“

Sie fing an zu weinen. Ihre Eltern kamen schnell gelaufen. Sie fuchtelten aufgeregt mit den Händen und hoben Nicole von der Mauer. Mich haben sie geschimpft. Da wurde mir klar: Ich muss die magischen Momente selbst schaffen. Dieser Tag hat mein Leben für immer verändert.

Wenn Blinde sehen …

Den ganzen Abend über verzauberte ich die Gäste. Ich hatte mich unter das Publikum gemischt und zelebrierte die Kunst ganz nah, vor aller Augen. Am Ausgang erwartete mich eine Gruppe von acht Personen: „Ah, da kommt der Zauberer“, sagte einer der Männer: „Ich dachte schon, Sie hätten uns vergessen“. Eine Frau in einem weißen Kleid murmelte „Das interessiert mich nicht, ich gehe jetzt ins Bett. Gute Nacht“ Sie ging ein paar Schritte. Ich war gekränkt und zupfte sie leicht am Ärmel: „Bleiben Sie doch noch, es lohnt sich.“ „Hören Sie“, sagte sie, „ich bin müde und habe keine Lust auf Zauberei. Ich bin blind“. Da habe ich gesehen, dass ihre Augen zerstört waren.

„Würden Sie bleiben, wenn ich Ihnen etwas zeige, dass Sie sehen könnten?“ Sie stutzte. „Also gut“, sagte sie dann. In meinen Gedanken suchte ich unentwegt nach einem Ausweg ... Eine Garnrolle! Ich nahm sie aus der Tasche und wickelte ein langes Stück Faden ab: „Bitte strecken Sie ihren Zeigefinger aus.“ An ihrem Finger zerriss ich den Faden mehrmals: Klack, klack, klack ... Es war mucksmäuschenstill. Ich nahm die Fadenstücke und rollte sie zu einem Knäuel. Zwei Enden ließ ich herausstehen. Vorsichtig drückte ich ihr die Enden in die Hände: „Bitte ziehen Sie auseinander und Sie werden es sehen.“

Langsam entrollte sich das Knäuel und die Stückchen verschmolzen zu einem Ganzen. Ein Ruck ging durch den Faden, als er gespannt und vollständig restauriert war. Sie sagte nichts. Ihr Gesicht war ohne eine Regung. Dann kam Leben in das Gesicht und der Ausdruck wechselte zwischen Freude und Leid. Sie hüpfte wie ein kleines Kind, tanzte und lachte und rief: „Ich habe es gesehen. Ich habe es gesehen. Versteht Ihr, ich habe noch nie Zauberei gesehen und jetzt habe ich es gesehen!“ Und Tränen liefen über ihr Gesicht. Gott, das war einer der schönsten Momente in meinem Leben als Künstler.